Rekorde mit belegten Preisen

Die teuersten Briefmarken der Welt

Die teuerste Briefmarke der Welt ist die British Guiana 1c Magenta von 1856. Das einzige bekannte Exemplar wurde 2014 bei Sotheby's in New York für 9,48 Millionen US-Dollar inklusive Aufgeld versteigert. Als einzelnes philatelistisches Objekt hält ein Brief den Rekord: der Mauritius-„Ball Cover“ mit einer Roten Mauritius, 2021 für 8,1 Millionen Euro zugeschlagen.

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Die teuerste Briefmarke der Welt: British Guiana 1c Magenta

Die British Guiana One Cent Magenta ist ein Unikat. Guinness World Records führt ihren Verkauf von 2014 für 9,48 Millionen US-Dollar als Rekord für eine Briefmarke.

Versteigert wurde sie am 17. Juni 2014 bei Sotheby's in New York aus dem Nachlass von John du Pont. Käufer war, wie er später selbst bekannt gab, der Schuhdesigner Stuart Weitzman. 2021 kam die Marke erneut bei Sotheby's unter den Hammer und brachte 8,307 Millionen US-Dollar inklusive Aufgeld, also weniger als die Schätzung und weniger als 2014. Gekauft hat sie der Londoner Händler Stanley Gibbons.

Stanley Gibbons teilte die Marke danach in 80.000 Anteile zu je 100 Pfund auf, die ab November 2021 über die Plattform Showpiece verkauft wurden. Einen Zweitmarkt für diese Anteile gibt es laut Wikipedia nicht.

Die 10 teuersten Briefmarken der Welt

Die Liste zeigt dokumentierte Auktionsergebnisse für einzelne Marken und Briefe. Die Preise stammen aus verschiedenen Jahren und Währungen und sind nicht umgerechnet, die Reihenfolge ist deshalb nur eine grobe Orientierung.

Rekordpreise für Briefmarken und Briefe
ObjektLand, JahrPreisVerkauf
1. Mauritius „Ball Cover“ (Brief mit Roter Mauritius)Mauritius, 18478,1 Mio. € Zuschlag, 10.027.800 € mit AufgeldChristoph Gärtner, 2021
2. British Guiana 1c MagentaBritisch-Guayana, 18569,48 Mio. US-$ inkl. AufgeldSotheby's New York, 2014
3. 1c Z-GrillUSA, 18684,366 Mio. US-$Robert A. Siegel, 2024
4. Bordeaux-Brief (Rote und Blaue Mauritius)Mauritius, 18475,75 bis 6,175 Mio. CHF (je nach Quelle)David Feldman, 1993
5. Treskilling YellowSchweden, 1855rund 2,88 Mio. CHFAuktion 1996
6. Hawaiian Missionaries, „Dawson“-BriefHawaii, 18512,24 Mio. US-$Auktion 2013
7. Inverted Jenny (Einzelmarke)USA, 19182,006 Mio. US-$ inkl. AufgeldRobert A. Siegel, 2023
8. „Ganz China ist rot“China, 196813,8 Mio. YuanChina Guardian, Peking, 2018
9. Blaue Mauritius (gebrauchte Einzelmarke)Mauritius, 1847900.000 £ (laut anderer Quelle 1.053.090 £)Spink London, 2011
10. Baden 9 Kreuzer FehldruckBaden, 18511,26 Mio. € Zuschlag (1985: 2.645.000 DM)Heinrich Köhler, 2019
Zuschlag = Hammerpreis ohne Aufgeld. Wo die Quelle nicht angibt, ob das Aufgeld enthalten ist, steht der Preis ohne Zusatz.

Inverted Jenny

1918 kaufte ein Sammler einen ganzen Bogen der neuen 24-Cent-Flugpostmarke, auf dem das Flugzeug kopfstand. Es blieb der einzige Bogen mit 100 Fehldrucken. Am 8. November 2023 brachte die Marke von Bogenposition 49 bei Robert A. Siegel 1,7 Millionen US-Dollar Zuschlag, mit Aufgeld 2,006 Millionen.

Treskilling Yellow

Die schwedische 3-Skilling-Marke von 1855 hätte blaugrün sein sollen, wurde aber in der Farbe der 8-Skilling-Marke gedruckt. Es ist nur ein Exemplar bekannt. 1996 erzielte es rund 2,88 Millionen Schweizer Franken, beim Verkauf 2010 in Genf wurde der Preis nicht genannt.

Inverted Jenny: US-Flugpostmarke 24 Cent von 1918 mit kopfstehendem Flugzeug
Inverted Jenny, USA 1918: 24 Cent mit kopfstehendem Flugzeug.

Blaue Mauritius: die berühmteste Briefmarke der Welt

Die Blaue Mauritius (2 Pence) und ihre Schwester, die Rote Mauritius (1 Penny), erschienen am 21. September 1847. Von je 500 gedruckten Stück sind heute 12 Blaue und 15 Rote erhalten.

Entstehung

Die Marken wurden auf der britischen Kolonie Mauritius von einer einzigen Platte gedruckt, gestochen von Joseph Osmond Barnard. Sie tragen die Inschrift „Post Office“. Schon bei der nächsten Ausgabe 1848 stand dort „Post Paid“. Daraus entstand die Legende vom Druckfehler. Heute gilt laut Wikipedia „mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ als erwiesen, dass es keiner war.

Wie viele gibt es noch?

Wikipedia und dpa nennen 12 Blaue und 15 Rote Mauritius, davon nur wenige ungebraucht. Planet Wissen spricht von 14 Roten. Selbst Wikipedia weist darauf hin, dass die Einzelauflistung nicht ganz zu diesen Summen passt.

Rekordpreise

Belegte Verkäufe von Mauritius-„Post Office“-Marken
ObjektJahrPreisAuktionshaus
„Ball Cover“ (Brief mit Roter Mauritius)20218,1 Mio. € Zuschlag, 10.027.800 € mit AufgeldChristoph Gärtner, Ludwigsburg
Bordeaux-Brief (Rote und Blaue Mauritius)19935,75 bis 6,175 Mio. CHFDavid Feldman
Sammlung Kanai (183 Albenseiten Mauritius)199315 Mio. CHFDavid Feldman, Genf
Originale Druckplatte20161,32 Mio. € inkl. AufgeldDavid Feldman
Blaue Mauritius, gebraucht2011900.000 £ (laut Luxuo 1.053.090 £)Spink, London
Beim Bordeaux-Brief nennen die Quellen unterschiedliche Beträge, vermutlich mit und ohne Aufgeld.

Laut dpa ist der „Ball Cover“ von 2021 der höchste Preis, der jemals für ein einzelnes philatelistisches Objekt erzielt wurde. Gekauft hat ihn ein deutschsprachiger Sammler aus Europa. Zum Vergleich: 1904 zahlte der spätere König Georg V. für eine ungebrauchte Blaue Mauritius umgerechnet 1677 Euro, damals ein Weltrekord.

Die Mauritius in Berlin

Das Reichspostmuseum in Berlin erwarb 1901 eine Rote und 1904 eine Blaue Mauritius. Im August 1943 wurde das „Mauritius-Tableau“ zum Schutz vor Bombenangriffen ausgelagert, 1945 verschwand es aus einem Bergwerk in Eisleben. Erst 1976 tauchte es in Philadelphia wieder auf und wurde von der US-Regierung beschlagnahmt. Kurz nach der Wiedervereinigung gaben die USA die Marken frei. Seit 2000 sind sie wieder im Museum für Kommunikation Berlin ausgestellt.

Weitere Exemplare liegen in der British Library (Tapling-Sammlung, 1891 dem British Museum vermacht) und in der Royal Collection des britischen Königshauses.

Die teuersten deutschen Briefmarken

Die bekanntesten deutschen Spitzenstücke stammen aus den Altdeutschen Staaten, also aus der Zeit vor der Reichsgründung. Ganz oben steht der Baden 9 Kreuzer Fehldruck.

Baden 9 Kreuzer Fehldruck (1851)

Beim Druck der 9-Kreuzer-Marke wurde versehentlich das grüne Papier verwendet, das für den 6-Kreuzer-Wert bestimmt war, statt des rosafarbenen. Bekannt sind drei gestempelte und ein ungebrauchtes Exemplar. Ein Brief aus Ettenheim mit dem Fehldruck brachte 1985 2.645.000 DM, damals der höchste Preis, der je für eine einzelne Briefmarke gezahlt wurde.

Das ungebrauchte Stück versteigerte David Feldman 2008 für 1.314.500 Euro. Am 8. Juni 2019 kam ein Exemplar aus der Sammlung Erivan Haub bei Heinrich Köhler in Wiesbaden zum Ausruf von 800.000 Euro und wurde für 1,26 Millionen Euro zugeschlagen. Ein weiteres Exemplar, gestempelt in Orschweier, zeigt das Museum für Kommunikation in Berlin.

Schwarzer Einser (Bayern, 1849)

Die erste deutsche Briefmarke erschien am 1. November 1849 in Bayern. Mit einer Auflage von 832.500 Stück (Platte 1: 472.500, Platte 2: 360.000) ist sie keine extreme Rarität. Wikipedia nennt für normale Exemplare Sammlerwerte von 1.000 bis 3.000 Euro. Platte 1 druckte grob und unscharf, Platte 2 ab 1850 klarer.

Schwarzer Einser: Bayern 1 Kreuzer schwarz von 1849, gestempelt
Schwarzer Einser, Bayern 1849: 1 Kreuzer schwarz, gestempelt.

Teuer werden besondere Einheiten und Briefe: Ein Doppelbogen mit 180 Marken erzielte 1992 beim Auktionshaus Götz 687.000 US-Dollar. 2019 wurde ein Tête-bêche-Block bei Heinrich Köhler für 500.000 Euro zugeschlagen. Und am 27. September 2024 brachte der einzige bekannte vollständig erhaltene Ersttagsbrief 440.000 Euro, bei einem Startpreis von 250.000 Euro.

Sachsen-Dreier (1850)

Die rote 3-Pfennig-Marke Sachsens erschien am 29. Juni 1850 in einer Auflage von 500.000 Stück. Sie wurde vor allem für Zeitungen auf Streifbändern verwendet, und beim Abtrennen der Streifbänder wurden die meisten Marken beschädigt. Heute sind schätzungsweise noch 3.000 bis 4.000 Stück erhalten.

Hier zeigt sich gut der Abstand zwischen Katalog und Markt: Der MICHEL bewertet Einzelstücke laut Wikipedia mit 4.000 bis 18.000 Euro, gehandelt wurden einwandfreie Stücke 2008 für rund 3.500 Euro. Im März 2022 wechselten in Wiesbaden vier Exemplare für 260.000 Euro den Besitzer. Ein Sechserblock liegt im Museum für Kommunikation Berlin.

Mehr zu Raritäten aus Deutschland finden Sie unter wertvolle Briefmarken und wertvolle Briefmarken Deutsches Reich.

Warum sind diese Briefmarken so teuer?

Alle Rekordstücke verbinden extreme Seltenheit mit einer Geschichte, die Sammler kennen. Alter allein macht keine Marke teuer.

  • Kaum Exemplare: Die British Guiana und die Treskilling Yellow sind Unikate, vom Baden-Fehldruck sind vier Stück bekannt, von der Inverted Jenny gab es nur einen Bogen mit 100 Marken.
  • Ein Fehler oder eine Besonderheit: falsches Papier, falsche Farbe, kopfstehendes Motiv.
  • Ganze Briefe: Ein Brief mit Marke, Stempel und Adresse ist oft mehr wert als die lose Marke, siehe Ball Cover und Bordeaux-Brief.
  • Herkunft: Stücke aus berühmten Sammlungen wie der von Erivan Haub sind gut dokumentiert.
  • Nachfrage: Bei einer Auktion reichen zwei entschlossene Bieter, um den Preis weit über den Ausruf zu treiben.

Kann so eine Marke in Ihrem Album stecken?

Ehrlich gesagt: Die Rekordstücke auf dieser Seite sind bekannt und dokumentiert. Dass eines davon unerkannt in einem Album liegt, ist äußerst unwahrscheinlich.

Realistischer sind Varianten bekannter Marken, die deutlich mehr wert sind als die normale Ausgabe. Das Auktionshaus Felzmann bringt es auf den Punkt: „Die erste Briefmarke der Welt ist nicht die wertvollste Briefmarke der Welt.“ Eine normale gestempelte One Penny Black könne man „schon für rund 100 Euro kaufen“.

Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Ausgabe Sie genau haben. StampSnap erkennt eine Marke per Foto und zeigt Land, Jahr, Serie, einen geschätzten Wert und die Seltenheit. Wie Sie danach einen realistischen Preis finden, steht im Ratgeber Briefmarken Wert ermitteln.

Vorsicht bei „Sensationsfunden“: Gesuchte Marken gelten oft als fälschungsgefährdet, der MICHEL bewertet sie dann nur als geprüfte Stücke. Bei Verdacht gilt: nichts ablösen, nichts reinigen, einen BPP-Prüfer fragen.

Häufige Fragen

Welche ist die teuerste Briefmarke der Welt?

Die British Guiana 1c Magenta von 1856. Es gibt nur ein Exemplar. 2014 wurde es bei Sotheby's in New York für 9,48 Millionen US-Dollar inklusive Aufgeld verkauft, laut Guinness World Records der Rekord für eine Briefmarke. 2021 brachte sie 8,307 Millionen US-Dollar. Als ganzes philatelistisches Objekt ist der Mauritius-„Ball Cover“ noch teurer: 8,1 Millionen Euro Zuschlag im Jahr 2021.

Was ist die Blaue Mauritius wert?

Einen festen Wert gibt es nicht, weil kaum je ein Exemplar verkauft wird. 2011 brachte eine gebrauchte Blaue Mauritius bei Spink in London laut Wikipedia 900.000 Pfund. Briefe mit Mauritius-Marken erzielen deutlich mehr: Der Bordeaux-Brief mit einer Roten und einer Blauen Mauritius erzielte 1993 rund 6 Millionen Schweizer Franken.

Wie viele Blaue Mauritius gibt es noch?

Gedruckt wurden 1847 je 500 Stück der Roten (1 Penny) und der Blauen Mauritius (2 Pence). Erhalten sind laut Wikipedia und dpa 12 Blaue und 15 Rote Mauritius. Andere Quellen nennen 14 Rote.

Wo kann man die Blaue Mauritius sehen?

Im Museum für Kommunikation in Berlin. Das Reichspostmuseum erwarb die Rote Mauritius 1901 und die Blaue 1904. Nach dem Krieg galten die Marken als verschollen, tauchten 1976 in den USA wieder auf und sind seit 2000 wieder in Berlin ausgestellt. Weitere Exemplare besitzen unter anderem die British Library und die Royal Collection.

Was ist die teuerste deutsche Briefmarke?

Der Baden 9 Kreuzer Fehldruck von 1851, gedruckt auf grünem statt rosafarbenem Papier. Bekannt sind drei gestempelte und ein ungebrauchtes Exemplar. 1985 erzielte ein Brief damit 2.645.000 DM, damals der höchste Preis für eine einzelne Briefmarke. 2019 wurde ein Exemplar bei Heinrich Köhler für 1,26 Millionen Euro zugeschlagen.

Hinweis zu den Werten

Alle Preise und Werte auf dieser Seite sind Orientierungswerte aus den genannten Quellen: Katalogwerte, Auktionsergebnisse oder Händlerangaben für bestimmte Stücke zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie sind kein Gutachten, kein Attest und kein Kaufangebot. Was Ihre Marke bringt, hängt von Ausgabe, Erhaltung, Echtheit und Nachfrage ab. Lassen Sie mögliche Raritäten vor einem Verkauf von einem anerkannten Prüfer begutachten.

Quellen

  1. Most expensive postage stamp – Guinness World Records
  2. British Guiana 1c magenta – Wikipedia (englisch)
  3. The 'Mona Lisa of stamps' worth $8 million goes on display in London (10.11.2021) – Euronews
  4. Rote und Blaue Mauritius – Wikipedia
  5. Mauritius „Post Office“ stamps – Wikipedia (englisch)
  6. Wie aus einem Penny mehr als acht Millionen Euro wurden (dpa, 18.09.2022) – Tiroler Tageszeitung
  7. Die Blaue Mauritius – Planet Wissen (WDR/SWR)
  8. Record result for the Mauritius Ball Cover – Auktionshaus Christoph Gärtner
  9. Seltene Briefmarke um 8,1 Mio. Euro versteigert (26.06.2021) – Salzburg24
  10. Most expensive stamp collection – Guinness World Records
  11. List of most expensive philatelic items – Wikipedia (englisch)
  12. David Feldman (philatelist) – Wikipedia (englisch)
  13. 150 years of collecting and communicating – Museum für Kommunikation Berlin (Google Arts & Culture)
  14. Tapling Collection – Wikipedia (englisch)
  15. Post Office Mauritius rare stamp sold (30.06.2011) – Luxuo
  16. Treskilling Yellow – Wikipedia (englisch)
  17. Swedish stamp remains world's most expensive (23.05.2010) – The Local
  18. Inverted Jenny sells for record price of 2 million USD – Association of British Philatelic Societies (ABPS)
  19. Why a single 'Inverted Jenny' stamp sold for $2 million at auction (20.11.2023) – WFAE/NPR
  20. One-cent Z Grill sells for record $4.37M US – Canadian Stamp News
  21. Hawaiian Missionaries – Wikipedia (englisch)
  22. Cultural revolution stamp sells for record sum at Chinese auction (27.11.2018) – SBS
  23. Baden 9 Kreuzer error – Wikipedia (englisch)
  24. The most important sponsor of Berlin's numismatic collection collected stamps (20.06.2019) – CoinsWeekly
  25. Schwarzer Einser – Wikipedia
  26. Schwarzer Einser für 440.000 Euro versteigert (27.09.2024) – inFranken.de
  27. Sachsen-Dreier – Wikipedia
  28. Bieter-Gefecht endet mit 42.000 Euro für Mecklenburger Rarität (27.03.2022) – Nordkurier
  29. Welche Briefmarken sind wertvoll? – Auktionshaus Ulrich Felzmann
  30. Wie entstehen die MICHEL-Preise? (Broschüre, 2015) – Schwaneberger Verlag (MICHEL)

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